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Klimabericht: IPCC hält Begrenzung des Klimawandels noch für möglich

Die Aussichten für eine Eindämmung der Erderwärmung verdüstern sich, warnen Wissenschaftler in ihren neuesten Klimabericht des IPCC. Bis Mitte des Jahrhunderts muss die Emission von Treibhausgasen, um 40 bis 70 Prozent sinken, sonst wären die Folgen des Klimawandels und seine Kosten unübersehbar.
kohlekraftwerk
IPCC fordert die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen drastisch zu reduzieren. (Foto by dmytrok/flickr)

Trotz der Vereinbarungen des Kyoto-Protokolls sind die weltweiten CO2-Emissionen in den vergangenen zehn Jahren weiterhin stark angestiegen, um durchschnittlich 2,2 Prozent pro Jahr. Hauptgründe sind zum einen das Wachstum der Weltbevölkerung und zum anderen das Weltwirtschaftswachstum. Selbst die Finanz- und Wirtschaftskrise hat diesen Trend nur kurz bremsen können.

Der Weltklimarat IPCC fordert, in dem nach einwöchigen Beratungen von Wissenschaftlern und Vertretern von 195 Regierungen in Berlin beschlossenen Text, eine Abkehr von den fossilen Energieträgern. Dazu müsse vor allem der Anteil der CO2-armen Technologien zur Energieerzeugung kräftig steigen.

Bedauerlicherweise hat gerade das UNO-Umweltprogramm festgestellt, dass die weltweiten Investitionen in Erneuerbare Energien sinken – was nur zum Teil mit der preiswerteren Technik zu tun hat. Gleichzeitig steigt weltweit die Bedeutung der Stromproduktion aus Kohle.

Keine Handlungsempfehlung für die Politik

Auch diesmal hält sich der IPCC mit Handlungsempfehlungen im Kampf gegen den Klimawandel zurück, stattdessen liefert der Bericht Entscheidungshilfen. Bei deren Umsetzung die Staaten nun gefragt sind. Deren Vertreter haben jedoch in ihrem Sinne an der Zusammenfassung der IPCC-Texte kräftig mitgewirkt.

Unter der Mitwirkung von 235 Hauptautoren und 38 Editoren aus 57 Ländern sowie 176 Ko-Autoren und 879 weiteren Experten, die mehr als 38.000 Einwände und Ergänzungen einreichten, entstand der dritte Teil des fünften IPCC-Berichts. Insgesamt umfasst der Bericht 2.000 Seiten eng bedrucktes Papier. Die ersten beiden Berichte waren ähnlich dick. Die 30-seitige Zusammenfassung soll lediglich den politischen Entscheidungsträgern als Hilfe dienen, die richtigen Schlüsse aus dem umfangreichen Werk zu ziehen.

Klimawandel ist noch beherrschbar

Nach Ansicht des Weltklimarats lässt sich die Klimaerwärmung aber noch eindämmen, wenn der globale Ausstoß an Treibhausgasen bis Mitte des Jahrhunderts um 40 bis 70 Prozent gesenkt und bis zum Ende des 21. Jahrhunderts auf Null reduziert wird. Nach Auffassung des IPCC reichen die bisherigen Zusagen der internationalen Staatengemeinschaft reichen aus, um die globale Erwärmung in den Griff zu bekommen.

„Der Hochgeschwindigkeitszug zur Verringerung der Treibhausgase muss jetzt losfahren - und die gesamte Weltgemeinschaft muss einsteigen", forderte der IPCC-Vorsitzende Rajendra Kumar Pachauri.

Wie groß die Anstrengung für einzelne Länder sein muss, um die Klimaerwärmung einzudämmen, geht aus dem nicht Bericht hervor. Allerdings können Politiker im aktuellen IPCC-Bericht nachlesen, wie viel ein wirksamer Klimaschutz kosten würde. Grundlage für die Berechnungen sind die weltweiten Konsumausgaben für Güter und Dienstleistungen, die schätzungsweise um 1,6 bis drei Prozent pro Jahr steigen. Nach IPCC-Berechnungen zufolge würde sich das Wachstum lediglich um etwa 0,06 Prozentpunkte verringern. Ohne zusätzliche Maßnahmen drohe eine Erderwärmung um 3,7 bis 4,8 Grad.

Weckruf" für den Energiesektor

US-Außenminister John Kerry wertete den IPCC-Bericht als einen „Weckruf" für die Unternehmen im Energiesektor. Bis 2030 rät der Weltklimarat weltweit mehr als 100 Milliarden Euro zusätzlich in Erneuerbare Energien zu investieren. Zugleich sollen die Investitionen in fossile Energieträger „drastisch zurückgefahren werden", forderte Ottmar Edenhofer, KO-Vorsitzende der IPCC-Arbeitsgruppe III.

Auch mehrere Umweltverbände wie WWF oder Greenpeace pochen auf ein Ende des „Kohlezeitalters". "Wir müssen die fossile Zeitbombe entschärfen", forderte WWF-Klimaexpertin Denise Loga. Karsten Smid von Greenpeace verlangte „von einer Dekade der Kohle zum Jahrhundert der Erneuerbaren überzugehen." Zu ehrgeizigeren Klimazielen für Europa rief Oxfam Klimaexperte Jan Kowalzig auf.

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